Planung
Was gehört in ein gutes Website-Briefing?
Ein Website-Briefing beschreibt Ziel, Zielgruppen, Seiten, Inhalte, Funktionen und offene Entscheide. Damit starten Webprojekte mit einer gemeinsamen Grundlage.
Was gehört in ein gutes Website-Briefing?
Ein Website-Briefing ist das gemeinsame Dokument, das Sie und Ihr Webdienstleister als Grundlage für die Zusammenarbeit verwenden. Es muss nicht jede gestalterische oder technische Einzelheit vorwegnehmen — aber es soll klarmachen, was die Website leisten soll, für wen sie gemacht wird und welche Inhalte und Funktionen dabei eine Rolle spielen.
Ein gutes Briefing macht Prioritäten und offene Fragen sichtbar. Es ist keine Garantie für einen reibungslosen Projektverlauf — aber es reduziert das Risiko, dass Erwartungen und Ergebnis auseinandergehen.
Dieser Beitrag beschreibt, welche Felder ein Briefing abdecken sollte, und gibt Musterantworten als Orientierung. Die Beispiele sind hypothetisch und nicht als Vorlage für tatsächliche Projekte gedacht.
1. Ziel der Website
Das wichtigste Briefing-Feld kommt zuerst: Was soll die Website konkret bewirken?
Leitfragen:
- Was soll die Website für Ihr Unternehmen leisten?
- Was ist Erfolg — nach einem Monat, nach einem Jahr?
- Was passiert heute stattdessen, und was soll sich daran ändern?
Musterantwort (hypothetisch):
«Wir haben derzeit keine eigene Website. Interessenten fragen über Empfehlung an. Die neue Website soll dafür sorgen, dass wir auch online gefunden werden, wenn jemand in unserer Region nach unserem Angebot sucht. Erstes Ziel: Kontaktanfragen über die Website.»
Formulieren Sie Ihr Ziel so konkret wie möglich. «Eine gute Website haben» ist kein Ziel — «drei neue Anfragen pro Monat über die Website» ist eines.
2. Zielgruppen und Nutzerfragen
Leitfragen:
- Für wen ist die Website gemacht?
- Was fragen diese Personen, wenn sie auf die Website kommen?
- Was sollen sie danach tun?
- Welche Sprachen sprechen Ihre Kunden?
Musterantwort (hypothetisch):
«Unsere Hauptzielgruppe sind Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in der Region, die renovieren oder bauen wollen. Sie kennen uns oft noch nicht und vergleichen mehrere Anbieter. Sie wollen wissen, was wir machen, ob wir aus der Region sind und wie sie uns erreichen. Am Ende sollen sie uns anrufen oder das Kontaktformular ausfüllen.»
Wenn Sie zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen haben — z. B. Privatpersonen und Geschäftskunden — beschreiben Sie beide. Erklären Sie, welche die wichtigere ist.
3. Seiten und Inhalte
Leitfragen:
- Welche Seiten soll die Website haben?
- Was ist der Zweck jeder Seite?
- Welche Inhalte stehen schon bereit — und welche müssen noch erstellt werden?
Musterantwort (hypothetisch):
«Wir brauchen: Startseite, Leistungen (drei Bereiche), Über uns mit Kurzvorstellung, Referenzen (fünf bis acht Projekte), Kontakt. Texte für Leistungen und Über uns schreiben wir selbst. Bilder: eigene Fotos vorhanden, brauchen wir noch einmal gegenzuchecken.»
Erstellen Sie eine erste Seitenübersicht — auch wenn sie noch unvollständig ist. Was fehlt, kann im Gespräch ergänzt werden.
Inhalte: Was braucht es noch?
Benennen Sie klar, welche Inhalte fehlen:
- Texte, die noch geschrieben werden müssen
- Bilder, die noch besorgt oder produziert werden müssen
- Logos oder Grafiken, die in finaler Qualität vorliegen müssen
- Übersetzungen, falls mehrsprachig
Fehlende Inhalte sind der häufigste Grund für Projektverzögerungen. Je früher Sie das wissen, desto besser.
4. Funktionen und Integrationen
Leitfragen:
- Welche Funktionen muss die Website haben?
- Gibt es bestehende Systeme, die eingebunden werden sollen?
- Was ist zwingend — und was ist ein Wunsch?
Musterantwort (hypothetisch):
«Zwingend: Kontaktformular. Wunsch: Online-Terminbuchung — wir prüfen noch, ob wir das selbst verwalten können. Kein Shop. Newsletter noch nicht geplant. Wir haben ein bestehendes Google-Analytics-Konto, das soll weiter genutzt werden.»
Beschreiben Sie für jede gewünschte Funktion den konkreten Ablauf: Was soll passieren, wenn jemand das Kontaktformular ausfüllt? Welche Felder soll es haben? Wohin soll die Nachricht gehen?
Besondere Anforderungen
- Barrierefreiheit oder WCAG-Konformität
- Datenschutzanforderungen (z. B. nDSG, DSGVO)
- Technische Vorgaben (bestimmtes CMS, Serverstandort, Sprache)
- Corporate-Design-Richtlinien, die eingehalten werden müssen
Hinweis: Datenschutz- und rechtliche Anforderungen sollten vorab mit einer fachkundigen Person geklärt werden — nicht aus einem Briefing-Dokument abgeleitet.
5. Technische Ausgangslage und Zuständigkeiten
Leitfragen:
- Gibt es eine bestehende Website?
- Wer verwaltet Hosting und Domain?
- Wer ist auf Ihrer Seite die verantwortliche Person für das Projekt?
Musterantwort (hypothetisch):
«Wir haben eine bestehende Website auf einem externen Hosting. Der Zugang liegt beim Inhaber. Domain läuft über denselben Anbieter. Für das neue Projekt ist unsere Marketingverantwortliche die Hauptansprechpartnerin; sie kann Inhalte freigeben. Abnahmen macht der Geschäftsführer.»
Klären Sie vorab, wer welche Entscheidung treffen kann — damit im Projektverlauf niemand auf eine Antwort warten muss, die von der falschen Person gegeben wird.
6. Erfolgskriterien und offene Entscheide
Wie messen Sie Erfolg?
- Anzahl Kontaktanfragen über die Website
- Sichtbarkeit in Suchmaschinen für bestimmte Begriffe
- Anzahl Seitenbesuche
- Qualität der Anfragen (nicht Quantität)
Formulieren Sie realistisch. Eine neue Website garantiert weder bestimmte Traffic-Zahlen noch Rankingergebnisse.
Offene Entscheide
Benennen Sie ausdrücklich, was zum Zeitpunkt des Briefings noch nicht entschieden ist:
- Sind Texte intern oder extern produziert?
- Welches Buchungssystem soll verwendet werden?
- Soll ein Newsletter eingebunden werden?
- Wird die Website in einer zweiten Sprache geführt?
Offene Entscheide sind keine Schwäche eines Briefings — sie zeigen, wo Klärung nötig ist, bevor das Projekt in die Umsetzung geht.
Briefing-Vorlage: Felder auf einen Blick
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Ziel | Was soll die Website bewirken? |
| Zielgruppen | Für wen — und was suchen diese Personen? |
| Seitenstruktur | Welche Seiten, welcher Zweck? |
| Vorhandene Inhalte | Texte, Bilder, Logos — was liegt bereit? |
| Fehlende Inhalte | Was muss noch produziert werden? |
| Funktionen | Was ist zwingend, was ist Wunsch? |
| Integrationen | Welche Systeme sollen eingebunden werden? |
| Technische Ausgangslage | Bestehendes Hosting, Domain, CMS? |
| Zuständigkeiten | Wer entscheidet was auf Kundenseite? |
| Zeitplanung | Wunsch-Launch-Termin oder Deadlines? |
| Offene Entscheide | Was ist noch nicht geklärt? |
Fazit
Ein gutes Briefing braucht keine perfekten Antworten — aber es braucht ehrliche Antworten. Beschreiben Sie Ihr Vorhaben so konkret wie möglich, benennen Sie offene Fragen, und legen Sie fest, wer in Ihrem Betrieb welche Entscheidungen treffen kann.
Das ermöglicht eine produktive erste Besprechung und eine Offerte, die auf Ihrem tatsächlichen Vorhaben basiert.
Für ein erstes Gespräch können Sie Ihre Briefing-Stichpunkte über Kontakt zusenden. Die Leistungsübersicht zeigt, was websystem.ch anbietet.
Weiterführend: Website-Projekt vorbereiten — für die interne Vorbereitung vor dem Briefing. Und Website-Offerte vergleichen — für den nächsten Schritt nach dem Briefing.