Relaunch
Website-Relaunch: URLs erhalten und Weiterleitungen richtig planen
Wie Sie beim Relaunch unnötigen URL-Verlust vermeiden: URL-Inventar anlegen, alte und neue Ziele zuordnen, Weiterleitungen prüfen und die Nachkontrolle in Search Console nutzen.
Website-Relaunch: URLs erhalten und Weiterleitungen richtig planen
Ein Relaunch ist einer der häufigsten Momente, in dem Websites unbemerkt Sichtbarkeit verlieren. Nicht weil das Design schlecht umgesetzt wurde, sondern weil bestehende URLs verändert wurden, ohne dass Weiterleitungen eingerichtet wurden — oder mit Weiterleitungen, die auf die Startseite statt auf den tatsächlich passenden Inhalt verweisen.
Dieser Beitrag erklärt, wie Sie URL-Verluste beim Relaunch strukturiert angehen: was Sie vor dem Start klären sollten, wie Sie eine Zuordnung anlegen und wie Sie das Ergebnis testen und überwachen.
Wichtig vorab: Weiterleitungen können nicht garantieren, dass Suchmaschinen Seiten gleich behandeln wie vorher. Sorgfältige Planung kann unnötige Verluste reduzieren — sie ist aber keine Garantie für gleichbleibende Sichtbarkeit.
Warum URLs beim Relaunch ein Thema sind
Suchmaschinen indexieren Seiten unter einer bestimmten Adresse. Wenn diese Adresse sich ändert und keine Weiterleitung vorhanden ist, geht die bestehende Indexierung für diese URL verloren. Dasselbe gilt für externe Links, die auf die alte Adresse zeigen — sie landen auf einer Fehlerseite.
Häufige Gründe, warum sich URLs bei einem Relaunch unbeabsichtigt ändern:
- Wechsel des CMS (z. B. von WordPress zu einem anderen System)
- Neue URL-Strukturen oder Kategorisierungen
- Änderung der Spracheinstellungen oder Subdomain-Struktur
- Neue Permalinkstruktur in WordPress (z. B. von
/?p=123zu/leistungen/) - Entfernen von Seiten ohne Planung der Konsequenz
Das Ziel ist nicht, jede URL unverändert zu lassen. Manchmal ist eine URL-Änderung sinnvoll. Das Ziel ist, URL-Änderungen bewusst zu entscheiden — nicht versehentlich entstehen zu lassen.
Schritt 1: URL-Inventar anlegen
Bevor die neue Website gebaut oder launched wird, brauchen Sie eine Übersicht der bestehenden Seiten und Adressen.
Mögliche Quellen für das Inventar:
- Bestehende XML-Sitemap (abrufbar unter
/sitemap.xmloder/sitemap_index.xml) - Google Search Console: Bericht «Seiten» bei bestätigter Property
- Crawl-Export mit einem Tool wie Screaming Frog oder Sitebulb
- Manuelle Seitenübersicht, falls die Website klein ist
Ergänzen Sie Ihr Inventar um:
- Bekannte externe Links auf wichtige Seiten (z. B. aus Partnerwebsites oder Verzeichniseinträgen)
- Interne Links auf Seiten, die sich voraussichtlich ändern werden
- Dateien und Assets, die unter einer bestimmten URL erreichbar sind (z. B. PDFs)
Das Inventar muss nicht vollständig sein, um nützlich zu sein. Eine unvollständige Übersicht, die strukturiert aufgebaut wird, ist besser als keine Übersicht.
Schritt 2: Entscheidungen pro URL treffen
Für jede bekannte URL im Inventar treffen Sie eine der folgenden Entscheidungen:
| Entscheidung | Bedeutung |
|---|---|
| Behalten | URL bleibt identisch, Inhalt bleibt oder wird überarbeitet |
| Zusammenführen | Inhalt wird mit einer anderen Seite zusammengeführt, Weiterleitung auf neue Seite |
| Verschieben | Inhalt zieht um, neue URL ist definiert, Weiterleitung nötig |
| Entfernen | Inhalt wird nicht mehr benötigt, URL antwortet mit 404 oder 410 |
Eine häufige Fehlannahme: Jede alte URL muss auf die Startseite weitergeleitet werden. Das ist in den meisten Fällen falsch. Google empfiehlt, alte URLs nur dann weiterzuleiten, wenn das Weiterleitungsziel den Inhalt und Zweck der alten Seite tatsächlich abdeckt. Eine pauschale Weiterleitung auf die Startseite ist für Google kein Ersatz für den entfernten Inhalt.
Wenn es für einen entfernten Inhalt kein passendes neues Ziel gibt, ist eine 404-Antwort (Seite nicht gefunden) oder 410-Antwort (Seite dauerhaft entfernt) ehrlicher und technisch korrekter als eine sinnlose Weiterleitung.
Schritt 3: Weiterleitungen einrichten
Bei dauerhaft geänderten URLs empfiehlt Google serverseitige 301-Weiterleitungen (permanente Weiterleitung) oder 308-Weiterleitungen. Die Umsetzung hängt vom jeweiligen Server und CMS ab.
Grundsätze:
- Leiten Sie direkt auf das endgültige Ziel weiter — keine Weiterleitungsketten (A → B → C)
- Verwenden Sie für jede geänderte URL genau ein Weiterleitungsziel
- Achten Sie auf Gross-/Kleinschreibung und Trailing Slashes (Schrägstrich am Ende), die auf Ihrem Server möglicherweise unterschiedlich behandelt werden
Anpassen nach dem Einrichten von Weiterleitungen:
- Interne Links in der neuen Website auf die neue URL zeigen lassen (nicht auf die weitergeleitet URL)
- Canonical-Angaben für die neue URL setzen
- Sitemap aktualisieren: Nur neue, gültige URLs aufnehmen — keine weitergeleiteten oder entfernten
Schritt 4: Testen vor dem Launch
Testen Sie die Weiterleitungen, bevor die neue Website öffentlich wird. Bei einem kleinen Relaunch kann das manuell geschehen; bei grösseren Projekten sollten Sie ein Tool verwenden.
Prüffragen vor dem Launch:
- Antwortet jede alte URL, die weiterleitet, mit Status 301 (oder 308)?
- Führt die Weiterleitung direkt auf das richtige neue Ziel — ohne Zwischenschritte?
- Sind alle internen Links in der neuen Website auf neue URLs gesetzt (nicht auf die Weiterleitungs-URL)?
- Zeigt die Sitemap nur neue, gültige URLs?
- Sind Canonical-Tags korrekt gesetzt?
- Funktionieren Formulare und wichtige Seitenfunktionen nach dem Launch?
Schritt 5: Nach dem Launch beobachten
Der Launch ist nicht das Ende der URL-Arbeit, sondern der Beginn der Beobachtungsphase.
Google Search Console nutzen (bei bestätigter Property):
- Bericht «Seiten» → «Nicht indexiert»: Prüfen, ob neue URLs indexiert werden und ob bekannte Probleme auftauchen (z. B. «Weiterleitung nicht gefunden», «404-Fehler»)
- Bericht «Crawling-Fehler»: Zeigt Adressen, die Google nicht erreichen konnte
- URL-Inspektion: Für einzelne wichtige URLs prüfen, ob sie korrekt indexiert sind
Realistische Erwartung: Nach einem Relaunch dauert es Zeit, bis Suchmaschinen alle neuen URLs gecrawlt, bewertet und eingeordnet haben. Änderungen in der Sichtbarkeit in den ersten Wochen nach dem Launch sind normal und bedeuten nicht automatisch, dass etwas falsch gelaufen ist.
Typische Fehler beim Relaunch
| Fehler | Konsequenz | Vermeidung |
|---|---|---|
| Keine Weiterleitungen eingerichtet | Alle alten URLs antworten mit 404 | URL-Inventar vor dem Launch anlegen |
| Pauschal auf die Startseite weitergeleitet | Google wertet dies nicht als gleichwertiger Inhalt | Jede URL auf das passende neue Ziel leiten |
| Weiterleitungsketten | Verlangsamtes Crawling, höhere Fehleranfälligkeit | Direkt auf das Endziel weiterleiten |
| Interne Links nicht aktualisiert | Interne Links erzeugen Weiterleitungen statt direkte Verbindungen | Alle internen Links nach dem Launch prüfen |
| Sitemap enthält alte URLs | Suchmaschinen crawlen nicht vorhandene Seiten | Sitemap vor dem Launch aktualisieren |
Fazit
Ein durchdachtes URL-Inventar, sinnvolle Zuordnungsentscheidungen und geprüfte Weiterleitungen sind die Grundlage eines Relaunchs, der keine unnötigen Spuren hinterlässt. Perfekt planbar ist ein Relaunch nicht — aber strukturiert planbar.
Wenn Sie vor einem Relaunch stehen und wissen möchten, was bei Ihrem Projekt zu beachten ist, können Sie die offenen Fragen auf der Leistungsseite nachlesen oder über Kontakt direkt besprechen.